

Wie sehen die Print- und Medienmärkte der Zukunft aus? Sind Augmented Print, Printed Electronics, E-Reading, 5 Sense Print und Outernet die Zukunft? Wo sind neue Geschäftsmodelle für die Branche? Der Print-Media Congress des Bundesverbandes Druck und Medien in Mainz, ZDF, stellte den insgesamt 200 Zuschauern an drei Tagen Visionen, Trends, neue Produktionswerkzeuge, Strategien und Konzepte vor.
Bianca Stockreiter und Roman Weishäupl vom Trendforschungsinstitut TrendOne nahmen die Besucher mit auf eine visionäre Zukunftsreise. Die Trendforscher identifizierten mehrere Medientrends wie Augmented Reality, d.h. die Realität mit virtuellen Inhalten anzureichern. Am Beispiel des Esquire-Magazins zeigten sie, wie ein augmentiertes Printprodukt aktuell aussehen kann. Zweiter Trend: Printed Electronics. Gedruckte Batterien, Displays oder Solarzellen sind in der Entwicklungsphase. Bei Sense Print reagiert Gedrucktes auf unsere Berührung. Texte erscheinen oder verändern sich bei sensorischen Eindrücken. Der Trend „Transactive Print“ meint die Interaktion zwischen Print und mobilen Anwendungen.
Crossmedia-Publishing und die entsprechenden Werkzeuge waren damit ein großes Thema des Print-Media Congresses. Wie aus einem Printtitel ein interaktives Leseerlebnis wird, darüber informierte Dr. Herbert Bay, kooaba AG, aus der Schweiz. kooaba benötigt für die automatisierte Einbindung der Produkte lediglich die PDFs der Medien. Ähnlich funktioniert die Lösung der 3D-Zeitschrift von Visible Vibrations. Neben neuen Geschäftsfeldern und Produkten beschäftigte sich das Forum auch
mit neuen Workflows und Produktionsprozessen. Denn neue Medien stellen auch andere Anforderungen an die Publikationsprozesse. XML-basierte Anwendungen sind für das Multi-Channel-Publishing unabdingbar.
Prozesskontrolle, Arbeitsfluss und Automatisierung
Ein starkes Gewicht des Print-Media Congresses lag auch auf neuen Werkzeugen für das Kerngeschäft der Druckbetriebe. Vorgestellt wurden die Arbeiten an der demnächst neu erscheinenden Altona Testsuite Technical 2.0 als Qualitätssicherungs-Tools für die Datenerstellung und Ausgabe in Druck- und Medienbetrieben. Florian Süßl, MetaDesign, beschäftigt sich in seinem Vortrag mit den Vorteilen von PDF/X-4, insbesondere bei Farbmanagement und Farbanpassung für unterschiedliche Druckbedingungen. Weitere Beispiele waren Erfahrungsberichte zum Einsatz von Monitorproofs von Kreation bis Druck, vorgestellt von Markus Zink, Axel Springer AG, und Günter Jerger, VPM Druck KG. Die Vorteile: Kosten- und Zeitersparnisse. Die Druckerei profitiert außerdem von der Qualitätssteigerung.
Ein weiteres Fazit des Kongresses: IT-Services und Automatisierung sind wachsende Geschäftsfelder. Paul Robert Kuhne von SAP Deutschland sieht eine wichtige Anforderung der Druckund Mediendienstleister vor allem in der Optimierung der Wertschöpfungskette und der Konzentration auf Kerngeschäfte. Nicht alle Themen müssen von Druckbetrieben daher in alleiniger Regie gestemmt werden. Olaf Kern, eurodruck und Partner: “Kooperationen und Kollegenhilfe sind für jedes Unternehmen, selbst für vollstufige Betriebe, eine wichtige strategische Option.”
Weiter großes Wachstumspotenzial sahen die Referenten in
der Druckveredelung und dem haptischen und sensorischen Erleben von Print. Veredelung kann Orientierung stiften, Marken und Botschaften transportieren. Innovativer Inhalt benötige eine innovative Verpackung. Erfolgreiche Marken beschäftigen sich daher ausführlich mit den Möglichkeiten der Veredelung und die Konzentration auf die Stärken der Branche. So beispielsweise auch die vorgerstellte Kampagne des Verlags Hermann Schmidt Mainz: Printed in Germany with love!









