Print goes digital: Print-Media-Congress des bvdm in Mainz beleuchtete neue Märkte

publikumWie sehen die Print- und Medienmärkte der Zukunft aus? Sind Augmented Print, Printed Electronics, E-Reading, 5 Sense Print und Outernet die Zukunft? Wo sind neue Geschäftsmodelle für die Branche? Der Print-Media Congress des Bundesverbandes Druck und Medien in Mainz, ZDF, stellte den insgesamt 200 Zuschauern an drei Tagen Visionen, Trends, neue Produktionswerkzeuge, Strategien und Konzepte vor.
Bianca Stockreiter und Roman Weishäupl vom Trendforschungsinstitut TrendOne nahmen die Besucher mit auf eine visionäre Zukunftsreise. Die Trendforscher identifizierten mehrere Medientrends wie Augmented Reality, d.h. die Realität mit virtuellen Inhalten anzureichern. Am Beispiel des Esquire-Magazins zeigten sie, wie ein augmentiertes Printprodukt aktuell aussehen kann. Zweiter Trend: Printed Electronics. Gedruckte Batterien, Displays oder Solarzellen sind in der Entwicklungsphase. Bei Sense Print reagiert Gedrucktes auf unsere Berührung. Texte erscheinen oder verändern sich bei sensorischen Eindrücken. Der Trend „Transactive Print“ meint die Interaktion zwischen Print und mobilen Anwendungen.

Crossmedia-Publishing und die entsprechenden Werkzeuge waren damit ein großes Thema des Print-Media Congresses. Wie aus einem Printtitel ein interaktives Leseerlebnis wird, darüber informierte Dr. Herbert Bay, kooaba AG, aus der Schweiz. kooaba benötigt für die automatisierte Einbindung der Produkte lediglich die PDFs der Medien. Ähnlich funktioniert die Lösung der 3D-Zeitschrift von Visible Vibrations.  Neben neuen Geschäftsfeldern und Produkten beschäftigte sich das Forum auch
mit neuen Workflows und Produktionsprozessen. Denn neue Medien stellen auch andere Anforderungen an die Publikationsprozesse. XML-basierte Anwendungen sind für das Multi-Channel-Publishing unabdingbar.

Prozesskontrolle, Arbeitsfluss und Automatisierung

Ein starkes Gewicht des Print-Media Congresses lag auch auf neuen Werkzeugen für das Kerngeschäft der Druckbetriebe. Vorgestellt wurden die Arbeiten an der demnächst neu erscheinenden Altona Testsuite Technical 2.0 als Qualitätssicherungs-Tools für die Datenerstellung und Ausgabe in Druck- und Medienbetrieben. Florian Süßl, MetaDesign, beschäftigt sich in seinem Vortrag mit den Vorteilen von PDF/X-4, insbesondere bei Farbmanagement und Farbanpassung für unterschiedliche Druckbedingungen. Weitere Beispiele waren Erfahrungsberichte zum Einsatz von Monitorproofs von Kreation bis Druck, vorgestellt von Markus Zink, Axel Springer AG, und Günter Jerger, VPM Druck KG. Die Vorteile: Kosten- und Zeitersparnisse. Die Druckerei profitiert außerdem von der Qualitätssteigerung.

Ein weiteres Fazit des Kongresses: IT-Services und Automatisierung sind wachsende Geschäftsfelder. Paul Robert Kuhne von SAP Deutschland sieht eine wichtige Anforderung der Druckund Mediendienstleister vor allem in der Optimierung der Wertschöpfungskette und der Konzentration auf Kerngeschäfte. Nicht alle Themen müssen von Druckbetrieben daher  in alleiniger Regie gestemmt werden. Olaf Kern, eurodruck und Partner: “Kooperationen und Kollegenhilfe sind für jedes Unternehmen, selbst für vollstufige Betriebe, eine wichtige strategische Option.”

Weiter großes Wachstumspotenzial sahen die Referenten  in
der Druckveredelung und dem haptischen und sensorischen Erleben von Print. Veredelung kann Orientierung stiften, Marken und Botschaften transportieren. Innovativer Inhalt benötige eine innovative Verpackung. Erfolgreiche Marken beschäftigen sich daher ausführlich mit den Möglichkeiten der Veredelung und die Konzentration auf die Stärken der  Branche. So beispielsweise auch die vorgerstellte Kampagne des Verlags Hermann Schmidt Mainz: Printed in Germany with love!

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Live aus Mainz: Aktuelle Forschungsprojekte der Druckmaschinenabnahme

Ulrich Schmitt von der Fogra, dort Abteilungsleiter Qualitätssicherung, unternimmt einen Ausblick in die Zukunft.

Maschinenabnahme, so Schmitt, ist die Basis industrieller Fertigung, und darf nur die Maschine berücksichtigen und muss deshalb unabhängig von Umgebungsparameter oder anderer Variablen, wie Verbrauchsmaterialien erfolgen.

Richtlinien zu Abnahme sind Handbücher und Richtlinien zur technischen Abnahme von Bogen- und Akzidenz-Rollenoffsetmaschinen, Endlos- und Formulardruckmaschinen sowie Richtlinien zur Abnahme von Druckmaschinen im Wellpappendirektdruck.

Die Abnahmerichtlinien sind schon ein paar Jahre alt, heute müssen neue Toleranzwerte und Qualitätsanforderungen berücksichtigt werden. So ist die Verbesserung der Methoden zur Messung der Streifenbildung ein sehr relevantes Projekt. Die Messmethoden müssen reproduzierbar sein, gerichtstauglich sein, und messtechnische sowie visuelle Ergebnisse müssen korrelieren.

Es ist gemeinsame Aufgabe der Verbände, Hersteller und Institute, die Richtlinien zu überarbeiten und den neuen technischen Optionen und Messverfahren anzupassen. Visuelle Auswertungen wurden dabei zunächst problematisch bewertet, da selbst die Aussagen von Fachexperten differieren. Verlässlich sind allein Messmethoden. Eine Untersuchung mit Stand September zeigt jedoch eine hohe Korrelation (Koeffizienz von 0,91) zwischen visuellen Einschätzung und der Messmethoden von Forgra oder SID.

Wiederholgenaue Messmethoden hinsichtlich der Streifenbildung existieren nun. Die Abnahmerichtlinie für Lackierwerke om Bogenoffset sind ein aktuelles Projekt der Fogra, das bis Jahresende neue Ergebnisse zu Tage fördern soll. Weitere Richtlinien, auch für große Formatbreiten, sind in Planung,

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Live aus Mainz: Abnahme Druckweiterverarbeitung

Jens Wulf berichtet über die Abnahme von Maschinen der Druckweiterverarbeitung. Eine Richtlinie für diese Maschinen ist erst vor drei Jahren entwickelt worden. Im Gegensatz zu den Druckmaschinen gehört bei der Abnahme auch ein Leistungstest.

Seit 2 Jahren hat Wulf seine gutachterliche Tätigkeit und Expertise an das Sächsische Institut der Druckindustrie (SID) übergeben.

Bei der Abnahme kommt Testmaterial mit vorgegebenen Parametern zum Einsatz, womit die einzelnen Wirkbausteine einzeln geprüft werden. Erst dann wird eine Testauflage gefahren und die Nennleistung der Maschine validiert.

Vorbereitung der Maschinenabnahme

Die Maschine wird durch die Monteure des Herstellers und Betreiberpersonal betreut. Erst wenn beide Parteien überzeugt sind, dass die Maschine vorbereitet sei, beginnt die Prüfung. Trotzdem bedarf es im Testlauf gemeinhin ergänzender Nachjustierungen. Problematisch sind weiterhin manchmal periphere Leistungen (z.B. Anlage) oder die Qualifikation der Maschinenführer, die nicht hinreichend geschult sind.

Prüfung einzelner Bausteine

Viele Mängel einzelnder Bereiche können durch Nachjustierung (Beispiel Falzmaschinen oder Zusammentragmaschine, oder als konkretes Beispiel der Einlauf des Buchblocks in den Klammerwagen eines Klebebinders) kompensiert werden. Die Abnahme muss jedoch gesamthaft erfolgen. Dabei fordern die Buchbinder oft, dass das Einrichten Bestandteil der Abnahme sei. Ziel der Begutachtung muss jedoch sein, die Maschine und nicht den Bediener zu bewerten.

Bestimmung des Wirkungsgrades

Dazu muss eine Maschine eine Stunde bei 80% der Nennleistung laufen. Funktionierte das nicht, war das in der Regel materialbedingt oder lag an der Peripherie oder den Bedienern.

Ergebnisse

Der Auftraggeber erhält ein Protokoll. Positionen, die nachgebessert werden müssen, können innerhalb eines Zeitraumes erfolgen, dann gilt die Maschine als abgenommen. Der Auftraggeber muss gewährleisten, dass die Toleranzen eingehalten werden. Bei Nichtabnahme wird eine Fertigstellungsbescheinung beantragt und ein Zweitgutachter wird berufen. Im Grunde, so das Fazit von Wulf, ist der Stand der Technik ausgezeichnet.

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Live aus Mainz: Abnahme von Druckmaschinen

Zwei Gutachter sprechen aus der Praxis. Christian Schreiber, VDM NRW, und Heinz Klos, vdm Baden Württemberg, stellen zunächst die Frage, was die neutrale Druckmaschinenabnahme ausmacht.

Grundlage dafür ist das Handbuch zur Abnahme von Druckmaschinen, das alle Prozesse und Aufgaben definiert. Das Handbuch wurde vom Bundesverband in Zusammenarbeit mit dem VDMA und der Fogra erstellt. Dort gibt es die technischen Richtlinien, in denen alle Anforderungen für alle lieferbaren Maschinen (Beispiel Bogendruckmaschinen, unterzeichnet von den deutschen Herstellern, aber auch akzeptiert von einigen ausländischen Herstellern) gelistet sind. Auf dieser Grundlage können verbindliche Aussagen, die auch gerichtlich verwertbar sind, erstellt werden.

Vorgehen:

Es gibt drei Druckformen bei denen die drucktechnische Form, Streifenbildung und Passerdruckform validiert werden. Einzelne Parameter sind dabei unter anderem Farbabfall, Tonwertzunahme, Streifenbildung, Maschinen- oder Wendepasse.

Fallbeispiele:

Mängel können sein: Mängel im technischen Sinne, Installationsmängel, druckereispezifische (Umgebungsvariablen) Mängel. Mängel können schwerwiegend oder versteckt autreten. Entscheidende Frage ist zu prüfen, ob es an der Maschinen- oder Anwendetechnik liegt:

Gummitücher im Vergleich (Überprüfung mittels Mikroskop) sind klassische Fehler der Anwendetechnik, wobei erst Details die Schwachstellen verraten. Auch die Komponenten Bedruckstoffe oder Druckhilfsmittel können hier entscheidenden Einfluß nehmen.

Die Streifentestform ist nach Aussage der Gutachter elementar wichtig, da auf diesem Wege der Kontrast massiv erhöht werden kann und so die Druckabnahme erleichtert wird. Im technischen Raster wird die Form im 70er Raster produziert und dann ausgewertet. Die Bildung von Zahnstreifen sind klassische mechanische Probleme, die maschinenbedingt sind, oder als funktionale Mängel auf Plattenwechsel oder falsche Einstellungen des Feuchtwerkes zurückzuführen sind. Andere funktionale Mängel ergeben sich erst aus der Installationsdurchsicht (und stehen nicht im Handbuch), so zum Beispiel Absaugung des Puders mit falscher Einstellung.

Manchmal wird die Abnahme aus funktionellen Gründen verweigert. So zum Beispiel, wenn die Anlage bei Schiefbogen nicht sperrt oder der Platteneinzug nicht sauber läuft. Hier gibt es durchaus sicherheitstechnische Aspekte, die gleichfalls in die Beurteilung einfließen. Maschinenbedingt hingegen ist oft ein zu hohes Spiel der Zylinder ursächlich.

Beide Gutachter unterstreichen ihre Empfehlung, Betriebe möchten die Erfahrung von Fachleuten nutzen. Und müssen darüber hinaus darauf achten, das eigene Personal fortlaufend zu schulen. Bei einer Abnahme, so die Forderung der Referenten, ist idealerweise der Hersteller vor Ort und steuert sogar die Produktion. So kann der Hersteller selber für optimale Bedingungen sorgen und die Ergebnisse sind nicht vom Betreiber beeinflusst.

Kurzum: Faktoren, die bei der Abnahme berücksichtigt werden, sind Maschine, Anwendungs- und Messtechnik sowie Umgebungsvariablen.

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Live aus Mainz: Was leisten Qualitätssiegel?

Live aus Mainz: Was leisten Qualitätssiegel?

Michael Neugart, Geschäftsführer von Polar-Mohr, erörtert das Thema Qualitätssiegel und Prüfsicherheit aus der Sicht des Herstellers. An einem illustren Beispiel erörtert Neugart, das CE bei chinesischen Repliken nur für Chinese Export stehe. So seien einige Maschinen auf dem Markt, die den Polargeräten ähnelten, aber in keiner Hinsicht den sicherheitsrelevanten Anforderungen auch nur annähernd entsprechen. An dem konkreten Beispiel einer Maschine, die in Frankreich im Betrieb ist, wird als eklatantes Beispiel ein freistehendes Messer (bei Schnittunterbrechung) präsentiert.

Neugart zeigt sich überrascht, dass solche Maschinen auf Messen präsentiert und verkauft werden können. Neugarts eindringliche Forderung lautet: “Passen Sie auf beim Maschinenkauf!

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten Michael Neugart und Dr. Michael Ebert unter der Moderation von Andrea Bötel. Orientierung bei der Auswahl und dem Kauf geeigneter Maschinen können nicht nur die Leitfäden, die die Berufsgenossenschaft herausgibt, stiften, sondern auch externe Berater oder die Genossenschaft selber. Abnahmen, so Neugart, gingen aber auch über Sicherheitsanforderungen hinaus. Hier seien idealerweise alle Beteiligten in den Prozess einzubinden. Aus dem Publikum gibt Ulrich Schmidt von der Fogra dementsprechend zu bedenken, dass in der drucktechnischen Abnahme durch die Fogra sicherheitstechnische Prüfungen nicht vorgenommen werden. Ebert rät dringend, tätig zu werden, bevor eine Behörde prüft oder gar erst ein Unfall passiert!

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Live aus Mainz: Sicherheitszeichen unter der Lupe

Maschinen-, Arbeitssicherheit und rechtliche Aspekte beleuchtet Dr. Michael Ebert von der Berufsgenossenschaft ETEM (Branchenverwaltung Druck- und Papierverarbeitung) mit über 60.000 Mitgliedsbetrieben.

Zunächst stellt Ebert sicherheitstechnische Anforderungen an Maschinen in Europa vor. Die eigentlichen Kennzeichnungen sind meist durch die CE-Kennzeichnungen und Konformitätserklärungen erfüllt, die rechtlichen Grundlagen dazu sind der EG-Vertrag (Art. 95, Harmonisierungsrichtlinien, Abbau von Handelshemmnissen) mit den europäischen Richtlinien, die zunächst in die jeweilge nationale Gesetzgebung integriert werden mussten. Für Betreiber gilt der Art. 137 (Zusammenarbeit in sozialen Belangen, insbes. Arbeitsschutzrahmenrichtlinie). Hier legt die EG nur Mindestrichtlinien fest.

Wenn heute Maschinen verkauft werden, erklären die Hersteller, dass die Maschinen nach der EG-Maschinenrichtlinie hergestellt wurde. Eine verständliche Betriebsanleitung muss mitgeliefert werden, eine EG-Konformitätserklärung muss ausgestellt werden, und erst dann kann die EC-Kennzeichnung angebracht werden.

Voraussetzungen für den Betrieb der Maschinen ist die Erfüllung der Betriebssicherheitsverordnung. Wichtig: Betreiber von Druckbetrieben müssen sicher stellen, dass die Maschine sicher ist und die Kennzeichnung CE gerechtfertigt ist, sie müssen sich vergewissern, dass die Maschine den Gemeinschaftsrichtlinien entspricht. Dann muss sie einer Abnahme unterzogen werden. Das wird qualifiziert durch Stichprobenprüfungen durch die BG oder die Gewerbeaufsicht. Behördliche Maßnahmen richten sich immer zuerst gegen den Betreiber.

Rechtssicherheit können Betreiber erhalten, wenn sie sich in der Planungs- und Bestellphase schon mit dem Hersteller vertraglich, z.B. auf Basis Eruopäischer Normen, verständigen. Allerdings sicn die Sicherheitsanforderungen dort sehr allgemein gefasst.

Sicherheitstechnische Nachrüstungen unterliegen auch der Gewährleistungspflicht von 2 Jahren und können nur innerhalb dieses Zeitraumes nachgefordert werden.

Fazit: Die BG empfiehlt den Unternehmen, die Genossenschaft frühzeitig einzubinden. Maschinen ohne GS-Zeichen können auch durch die BG abgenommen werden. Das GS-Zeichen ist das einzige rechtssichere Prüfzeichen und darf nur durch akkreditierte Prüfstellen vergeben werden.

Ein weiteres Prüfzeichen ist das Euro Test-Zeichen. Das CE-Zeichen sei nicht mehr als ein Reisepass für Maschinen. Die Anforderungen für das Euro Test-Zeichen gehen weiter und orientieren sich an denen des GS-Zeichens. Dann gibt es das DGUV Test-Zeichen, das dem alten BG-Prüfungssystem entspricht und das z.B. bei Energieoptimierung oder BImSchG greift. Schließlich ist das TÜV-Zeichen noch zu erwähnen, dass aber bei industriellen Maschinen keine komplette Prüfung abbildet.

Prüfbasis sind die EN 1010 Normenreihe sowie die Prüfgrundsätze hinsichtlich mechanischer, pneumatischer und hydraulischer oder elektronische Ausrüstungen oder der Steuerung sicherheitsrelevanter Funktionen. Weiter werden Grenzwerte bezüglich der Emmissionen gemessen.

Im Mittel erteilt die BG zwischen 400 und knapp 600 Zertifikate pro Jahr. Die führenden Hersteller sind Prüfbescheinigungsinhaber.

Zusammenfassung:

  • Das CE-Zeichen ist kein Sicherheitszeichen
  • Betreiber können nur schwer die Forderungen des Gesetzgebers bzgl. Sicherheitsanforderungen erfüllen, externe Beratung und Unterstützung ist dringend geboten
  • Freiwillige Produktprüfungen geben Rechtssicherheit
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Live aus Mainz: Alles unter einem Dach?

Olaf Kern von Eurodruck spricht über strategische Allianzen in der Druck- und Medienproduktion. Sein Vortragstitel: “Think before Printing“.

Folgende Fakten und Thesen trägt Kern vor:

  • Heute ist Print nur noch ein Teil der Medienleistung
  • Erfolgsfaktoren sind neben Termintreue und einer attraktiven Preisgestaltung das technische Leistungsspektrum
  • Trend zu niedrigeren Auflagen bei maximaler Qualität
  • Der Wandel der Märkte wird noch weiter beschleunigen
  • Immer mehr Kunden suchen einen Medienpartner auf Augenhöhe

Fazit: Wer sich dieser Entwicklung stellen will, sollte sich nicht allen Anforderungen alleine stellen müssen. Echte Kooperation – so die Forderung des Referenten – sind Kollaborationen. Am Beispiel Nachbarn teilen sich Rasenmäher und Kantenscheider führt er aus, wie Unternehmen auch Ressourcen teilen können. Dazu bedarf es natürlich einer räumlichen Nähe.

Daraus leitet er folgende Vorteile ab:

  • Bessere Auslastung des Maschinen- und Technikparks
  • Personaleffizienz (Verwaltung & Technik)

Heute kooperieren in dem Pool 5-6 Unternehmen u.a. aus den Bereichen PrePress, Digitaldruck, Press und Postpress, Electronic Media und PoS. Geplant ist die Erweiterung um weitere Bereiche. Alle Partner sind gleichberechtigt und bedienen Aufträge aus dem Pool und eigene Kunden. Alle Unternehmen sind eigenständig, sitzen jedoch unter einem Dach. Alle Partner bedienen einen bestimmten Teil der Wertschöpfungskette, verstärken aber in Engpässen einander “Da steht schon mal die Vorstufe am Packtisch, wenn es erforderlich ist”. Und schließlich wird nicht nur das Marketing gebündelt, sondern auch die Nutzung von Raum, Personal und Infrastruktur.

Kerns Vorschlag für die Medienunternehmen: “Vertragen Sie sich mit Ihrem Nachbarn, vertrauen Sie ihm und suchen Sie echte Kooperationen!”

Anschließend diskutierten Olaf Kern, Lucas Franzot und Ernst Zoller unter der Moderation von Andrea Bötel (AB Graphic Communications) über die Vor- und Nachteile von In- und Outsourcing und erörterten die Frage, was denn nun der Königsweg für Drucker und Verarbeiter sei. Kooperationen und Kollegenhilfe sind – so das Fazit – für jedes Unternehmen, selbst für vollstufige Betriebe, wichtige strategische Optionen!

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Live aus Mainz: Praxisbeispiel Outsourcing

Lucas Franzot vom MVD Print-Partner-Netzwerk vertritt eine andere strategische Option, das Outsourcing. In der Summe haben sich in dem Netzwerk 30 Unternehmen mit über 700 Mitarbeitern versammelt. Hier sind unterschiedliche Unternehmensgrößen und Portfolio versammelt. Die Unternehmen sind durchwegs Inhaber geführt und zählen 10 bis 60 Mitarbeiter.

Die Partner kaufen gemeinsam bei den Lieferanten ein, stehen in engem Austausch miteinander, verstärken einander im Marketing und Vertrieb. Die Unternehmen vermitteln aktiv Kollegenaufträge und erstellen gemeinsame Werbemittel. Dazu gehört auch das eigene Kundenmagazin print.log.

Zwei Beispiele für den Erfolg des Netzwerkes sind gemeinsame Produktionen wir z.B. ein hochwertiges quartalsweise erscheinendes Kundenmagazin mit Personalisierung oder auch der Zusammenschluss zweier Partner an einem Produktionsstandort.

Allein das Auftragsvolumen im Kollegengeschäft liegt im 7-stelligen Bereich, aber auch das Auftragsvolumen in der Neuakquise des Verbundes liegt im 6-stelligen Bereich für einzelne Partnerbetriebe. Aktuell wird in ein gemeinsames E-Portal investiert, die Gruppe ist bereits FSC zertifiziert und aktuell wird daran gearbeitet, zukünftig klimaneutral zertifiziert zu sein.

Voraussetzungen für eine gute Kooperation sind Vertrauen, Offenheit und Kommunikation. Das Netzwerk arbeitet seit 5 Jahren erfolgreich. Das belegt, dass man auch in unserer Branche gemeinsam stärker sein kann.

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Live aus Mainz: Praxisbeispiel Insourcing

Ernst Zoller von der Druckerei C.H. Beck zeigt auf, weshalb sich das Unternehmen unterschied, selber Hardcover zu produzieren.

C.H. Beck mit Sitz in Nördlingen ist ein vollstufiges Unternehmen (Vorstufe, Rollen- und Bogenoffset, Buchbinderei, Digitaldruck, Verlagsauslieferung) mit etwa 400 Mitarbeitern und produziert Bücher, Taschenbücher, Loseblattsammlungen, Zeitschriften und Loseblattsammlungen sowie digitale und elektronische Produkte. Dazu ein paar Zahlen: 22 Mio. Taschenbücher und Hardcover sowie etwa 5 Mio. Loseblattsammlungen sowie 14 Mio. Zeitschriften verlassen jedes Jahr die Druckerei. Schwerpunkt ist Dünndruck ab 28 g/qm.

In der Vergangenheit wurden inhouse viele Weiterverarbeitungstechniken bis zur  Klebebindungen abgedeckt, Hardcover jedoch extern eingekauft. Anhaltende Ergebnisverschlechterung, geringe Wertschöpfung bei der Hardcoverproduktion und Bedürfnisse der Kunden waren ausschlaggebend für die Überlegungen, eine eigene Hardcoverfertigung einzurichten, um auch so das Gesamtergebnis der Binderei zu verbessern.

Zunächst wurde eine detaillierte Auftragsanalyse und das Potenzial (externe Kunden) errechnet, dann die Tiefe der Festlegung (Fertigungsbreite und Fertigungstiefe) erörtert. Hier wurde geprüft, welche technischen Anforderungen die Weiterverarbeitung zukünftig idealerweise abdecken soll.

Schließlich war zu prüfen, welchen Platz- und Investitions- oder Personalbedarf die Erweiterung bedingte. So wurde die Rentabilität der Investition mit dynamischen Amortisationszeiten errechnet.

Im Ergebnis zeigte sich, dass sich die Rentabilität erst in der Betrachtung des Gesamtbetriebes errechnet. Kundenbindung einerseits und Differenzierung zum Wettbewerb floßen gleichermaßen in die Überlegungen ein.

Heute ist C.H. Beck die einzige Buchbinderei, die den Buchrücken dreifach hinterkleben kann. Mit der Fokussierung auf Dünndruckpapiere differenziert sich das Unternehmen zudem von den Mitbewerbern und präsentiert sich als erstarkter Medienmanager.

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Live aus Mainz: In- und Outsourcing

Am dritten Kongresstag wird das Forum Druck & Weiterverarbeitung. Print & Finishing fortgesetzt, das parallel zum Strategie Forum bereits am Donnerstag begann und die Themen

  • Kommunikation & Marketing – Strategien und Anforderungen für Druck- und Weiterverarbeitungbetriebe sowie
  • Schnittstelle Workflow – Wie perfekt muss er sein? Organisation, Vernetzung, Automatisierung auf dem Prüfstand

ausführlich zum Gegenstand hatte.

Heute stehen die Themen

  • In- und Outsourcing? Welche Strategie ist erfolgreich?
  • Qualitätssiegel – Druck- und Weiterverarbeitungsmaschinen aus aller Welt: Augen auf beim Kauf sowie
  • Absicherung von Investitionen durch Maschinenabnahmen

auf dem Programm.

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