Ernst Zoller von der Druckerei C.H. Beck zeigt auf, weshalb sich das Unternehmen unterschied, selber Hardcover zu produzieren.
C.H. Beck mit Sitz in Nördlingen ist ein vollstufiges Unternehmen (Vorstufe, Rollen- und Bogenoffset, Buchbinderei, Digitaldruck, Verlagsauslieferung) mit etwa 400 Mitarbeitern und produziert Bücher, Taschenbücher, Loseblattsammlungen, Zeitschriften und Loseblattsammlungen sowie digitale und elektronische Produkte. Dazu ein paar Zahlen: 22 Mio. Taschenbücher und Hardcover sowie etwa 5 Mio. Loseblattsammlungen sowie 14 Mio. Zeitschriften verlassen jedes Jahr die Druckerei. Schwerpunkt ist Dünndruck ab 28 g/qm.
In der Vergangenheit wurden inhouse viele Weiterverarbeitungstechniken bis zur Klebebindungen abgedeckt, Hardcover jedoch extern eingekauft. Anhaltende Ergebnisverschlechterung, geringe Wertschöpfung bei der Hardcoverproduktion und Bedürfnisse der Kunden waren ausschlaggebend für die Überlegungen, eine eigene Hardcoverfertigung einzurichten, um auch so das Gesamtergebnis der Binderei zu verbessern.
Zunächst wurde eine detaillierte Auftragsanalyse und das Potenzial (externe Kunden) errechnet, dann die Tiefe der Festlegung (Fertigungsbreite und Fertigungstiefe) erörtert. Hier wurde geprüft, welche technischen Anforderungen die Weiterverarbeitung zukünftig idealerweise abdecken soll.
Schließlich war zu prüfen, welchen Platz- und Investitions- oder Personalbedarf die Erweiterung bedingte. So wurde die Rentabilität der Investition mit dynamischen Amortisationszeiten errechnet.
Im Ergebnis zeigte sich, dass sich die Rentabilität erst in der Betrachtung des Gesamtbetriebes errechnet. Kundenbindung einerseits und Differenzierung zum Wettbewerb floßen gleichermaßen in die Überlegungen ein.
Heute ist C.H. Beck die einzige Buchbinderei, die den Buchrücken dreifach hinterkleben kann. Mit der Fokussierung auf Dünndruckpapiere differenziert sich das Unternehmen zudem von den Mitbewerbern und präsentiert sich als erstarkter Medienmanager.